King Of The Fall (Fall is Forever)

 "DAS JAHR 2020“  

Die Kollektion King Of The Fall (Fall Is Forever) AW21/22 entstand während einer der emotionalsten und ungewissesten Zeiten meines noch so jungen Lebens.

Ich hatte viele familiäre und persönliche Schicksalsschläge zu verarbeiten. Durch die COVID-19 Pandemie hatten viele, (inklusive mir), ihren damaligen Job verloren, die Quarantäne zwang uns zuhause und isoliert zu bleiben, soziale Kontakte auf das notwendigste zu beschränken, Abstand zu alles und jedem einzuhalten.

Viele sind körperlich und geistig krank geworden. Menschen sind gestorben. 

Die Zukunft ist ungewiss, deine Träume kennen keinen Wert mehr. 

 

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 Auszug aus meinem Tagebuch (Dezember 2020)

 

„An die Freiheit

Die Melodie meines Zorns ist laut,

Denn sie ist das Ergebnis von Verzweiflung. Ich habe den Tod gesehen, und es ist nicht der Tod von Individuen, sondern der Tod von Prinzipien der mich tötet. Kredibilität zahlt keine Miete, Kredibilität zahlt kein Auto und keinen Führerschein. Und jetzt nimmt Kredibilität uns sogar die Freiheit. Ich bin ein Vogel ohne Flügel, der sein Nest gebaut hat und zu schwach ist um es zu erreichen, meine Werte stehen über mir und ich glaube inzwischen tragen selbst sie ein Preisschild. Ich bin unendlich wütend und unglaublich allein. Ich fühle mich so einsam, Loyalität hat seinen Preis und ist oft einseitig. Häufig gedenken wir dem Leben das mir mal hatten, wir waren nicht glücklich aber es war besser als was mit dem wir jetzt konfrontiert sind. Ich fühle meine Seele sterben, ich bin ein Künstler ohne Leinwand.

Ich bin ein Beobachter ohne Augen, denn sie sind blind geworden. Blind für alles was meinen Mund einmal lächeln lies. Wir sind gesund und sollten dankbar sein, ich fühle mich schuldig, denn Tristesse sollte man nicht kalkulieren. Es regnet für alle gleich schwer, das Gepäck welches wir bei uns tragen saugt sich mit dem Wasser voll und wird unendlich schwer. Lass mich sie für einen Moment absetzen, für einen Moment atmen und für einen Moment den letzten Zug Freiheit aufsaugen. Mein Darm zieht sich zusammen und mir wird schlecht bei dem Gedanken dass sie eventuell nie wieder kommt. Dass wir geheiratet haben und Freiheit sich von mir scheiden ließ“ — Lisa-Maria Yima

 

Irgendwann einmal willst du nichts mehr fühlen, verdrängen, was so offensichtlich da ist.

 

 

Weiterer Auszug aus meinem Tagebuch (Januar 2020) 

„Und dort wo ich dort so lag, umgeben von völliger Finsternis,fragte ich mich ob ich begriffen hätte was wahres Leid sei. Ich bin voll oder leer vor Schmerz, das Salz in meinen Augen brennt aber ich fühle erdrückendes Nichts. Ich habe Blut an den Händen und egal was passiert, ich habe es verdient. Denn trotz allem was geschieht, diese Glaskuppel ist ein Privileg. Ein Privileg mit dem ich nichts anzufangen weiß. Ich bin so frei, so voller Angst. Ich bin das Einzige, vor der ich Angst habe.“ — Lisa-Maria Yima

 

 

“Jetzt gerade fühlst du Trauer und Schmerz. Unterdrücke es nicht. Im Moment möchtest du vielleicht nichts fühlen, womöglich möchtest du nie wieder etwas fühlen. Es ist deine Angelegenheit, wie du dein Leben führst . Nur vergiss das niemals: Lebe im Moment das was offensichtlich da ist. Wir verdrängen so manches, um nicht so lange leiden zu müssen, so das wir mit 30 emotional bankrott sind - und dann treffen wir dann auf neue Menschen haben wir immer weniger zu bieten - aber wenn du dich zwingst nichts zu fühlen als würdest du garnicht fühlen, - wäre das Verschwendung.” ( Southpaw, 2015)

 

Es ist Herbst. Ich fühle mich innerlich tot. Und genau dieses Abbild spiegelt sich in der Natur wieder. Die Blätter fallen, alles verwelkt, wird grau, wird langsam dunkel. Es ist immer noch warm ich lasse mein Herz die Kälte fühlen, ich versuche den glänzenden, goldenen und letzten Funken Leben aufzusaugen, mit jedem Atemzug den ich mache, - ich trage mich zur Arbeit ich trage mich nach Hause.

Es ist Winter das letzte Blatt ist gefallen und es gibt keine Farben mehr da draussen und so langsam bahnt sich mit die Gewissheit an dass diese Leere sich auf mein Herz überträgt. Ich laufe - und mir wird bewusst, dass auch das Ende Anfang ist weil alles so weiß, und unendlich rein ist. Ich fühle Nihilismus - eine Verneinung aller positiven und negativen Ansätze. Es ist Frühling, und ich hoffe dass dieser Neuanfang den die Natur schafft, - dass ich den auch irgendwann schaffe. Ich bin geprägt von Melancholie und gleichzeitig der Hoffnung dass ich das Ganze überwinden kann. Es ist Playoff Season, der Sommer kommt. Und ich versuche es wirklich. Niemand kann diesem Leben einen Sinn geben, ausser dir selbst. Ich komme meinen Zielen näher, nur um erschöpft und ausgebrannt aufzuwachen. Ich schaue in den Himmel und frage mich: Gott hast du dir das wirklich so gewünscht? Ich liebe dich. Ich liebe dich nur wenn der Busch brennt oder jemand das Wasser spaltet. Denkst du über mich ebenso? Ich verliere an Bodenhaftung, alles was ich liebe verliert an Geltung. Das was mich einst erdete, lässt mich heute fliegen.

 

Es ist Sommer, es ist warm und ich versuche die Wärme meiner Umgebung auf mein Herz, auf meinen Charakter zu übertragen weil dies immer Lieblingsjahreszeit war. Ich rede mir ein, dass wenn im Sommer immer alles so froh, so glücklich, so voller Leben ist, das Leben steht in seiner vollen Blüte steht, - dass ich das auch kann. Ich fühle Diskrepanz zwischen dem Inhalt meines Herzens und dem was tatsächlich da draussen ist. Ich bin unendlich wütend.

 

Es wird wieder Herbst die Blätter fallen, es wird wieder kalt und das ganze kommt mir so gewohnt vor, dass ich das gar nicht schlimm finde - ich suhle mich darin und fühle irgendwie das Gefühl von Heimat. Ich warte auf das Gefühl von Tristesse aber es bleibt aus und ich sehe die Dinge für das was sie wirklich sind.

 

„DAS ENDE - DER ANFANG“

Und ich muss darüber reden. Irgendwo & irgendwie. Was ist meine Art Geschichten zu erzählen ? - Mode & Kunst. 


Das verrückte daran? Wir bilden uns häufig ein hilflos alleine zu sein, dabei ist das Gefühl das wir haben oft ganz normal. In solchen Momenten blicke ich oft in den Himmel. Es hilft mir zu wissen, dass wir alle das selbe Dach teilen.

Eines Tages wachst du auf und alles ist wieder gut. Und dann bist du dankbar - für diesen Moment wenn sich die Lungen mit Luft füllen.

 

In einem Traum sahst du einen Weg zu überleben und du warst so voller Glück. Und es kommt eine Zeit, in der es keine Tränen mehr gibt. Du hast nur dich und der Wandel ist das Einzige, was vollends Bestand hat. Der Herbst, die Gewissheit dass alle Blätter fallen ist für immer. Du bist es, der König. - Bedeutet in der Konsequenz, das nichts unmöglich.

 

Behind the Scenes: 

Models von links nach rechts: Jessica L., Yoba L., Melissa W., Divine N., Theresa M., (danach die Designerin Lisa Maria Yima), Raffael L., fotografiert von Jan D.

Nicht auf dem Bild: Zora G., Jan D.

Ich danke euch allen von ganzem Herzen!

 

© Lisa-Maria Yima / Khromae, 2022.

 

 

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